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Für den automatisierten Produktionsvorgang, getrieben vom Medium der Elektrizität - das Information und Energie in einem ist - wird es wieder wichtig, wo und wie er stattfindet.

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Automaten sind nicht festgelegt, was sie produzieren, sie reagieren auf ihre Umwelt. Die Automation ist organischer Natur und ein flexibler, informationsgetriebener Vorgang.

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Prozesse finden gleichzeitig statt, es gibt keine Linearität mehr, stattdessen Kreisläufe. Die Maschinen schrumpfen, sie passen sich dem Benutzer und ihrer Umgebung an, sie sind aber miteinander und mit dem Benutzer ständig in einem Netzwerk des Informationsaustausches verbunden.

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Dieses Netzwerk vereinigt als universales Werkzeug die unterschiedlichsten Inhalte und verlagert die materielle Produktion endgültig an die Peripheriegeräte. Ist "Welt" einmal digitalisiert und modellhaft erfaßt und entworfen, läßt sie sich von unterschiedlichsten Autoren bearbeiten und verschicken, um sich irgendwo zu materialisieren, am Drucker, am Plotter, am Fabber.

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Damit aber tritt eine enorme Beschleunigung ein, aus Raumgenossen werden wir zu Zeitgenossen, und positive und negative Wirkungen verbreiten sich mit Lichtgeschwindigkeit.

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McLuhan, dessen Aktualität offensichtlich noch lange nicht erschöpft ist, gebrauchte bei der Beschreibung der langfristigen Folgen der "ersten globalen Renaissance", die wir gerade durchleben, einen eigenartigen Begriff: er sprach, im Gegensatz zu den kolonialistischen Expansionen der letzten Renaissance - den "großen Explosionen" - von der "großen Implosion". Nicht im expansiven Überschreiten von Grenzen, von Weltraum und Tiefsee liegt der wahre utopische Gehalt des angehäuften Potentials der neuen menschlichen Entwicklungsmöglichkeiten, sondern im Gestalten nach Innen, in unseren Lebensraum hinein.

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Dieser Lebensraum ist mehr denn je Resultat unserer bewußten Wahrnehmung von Möglichkeiten, unserer Fähigkeit die Dinge wieder zueinander in bezug zu setzen, zusammenzusetzen.

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Diese Wahrnehmung kann aber nun kombiniert werden mit der Verfügbarkeit globaler Kanäle zu Wissen, Diensten, Informationen und Werkzeugen, die uns von allen Seiten aufgedrängt werden von längst schon redundanten Anbietern, die um einen immer kleiner werdenden Kuchen von Zahlungsfähigkeit Gefechte von enormen Dimensionen veranstalten.

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Könnte es sein, daß wir, anstatt uns an diesen historisch obsoleten, sinnlos-teuren Standortgefechten zu beteiligen, zunehmend Lebensräume gestalten werden und wollen mit dem vordringlichen Ziel, die Wirtschaft nicht mehr in jeder Alltagssituation zu brauchen, sich von ihr nicht mehr stressen zu lassen? Eine erstaunliche Anzahl von Elementen und Bausteinen für eine solche autonome Gestaltung liegt bereit.

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Bevor wir in unsere Utopie eintauchen, möchte ich einige dieser existierenden und zugleich durchaus neuartigen Elemente benennen:

    * Die Produkte der gesellschaftlichen Produktion im Zeitalter der Mikroelektronik geben uns enorme vergegenständlichte Fähigkeiten, die wir autonom umsetzen können. 
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Alvin Toffler hat das in seinem Buch von der Dritten Welle dargestellt, sein Beispiel eines epochalen Bruchs war der Schwangerschaftstest für Frauen. Anstatt zu einem Spezialisten gehen zu müssen, ist eine Frau nun selber fähig, sehr früh herauszufinden ob sie schwanger ist.

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Die Welt ist voll von Beispielen, wie dieser Bruch mit der Zentralisierung und Spezialisierung den Alltag verändert und die Fähigkeiten des Menschen erweitert.

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Wer hätte vor 100 Jahren für möglich gehalten, daß ich bei mir zu Hause sämtliche Orchester der Welt mit einem Plattenspieler zur Aufführung bringen kann? Wer vor 70 Jahren, daß dies mit einem Radio möglich ist? Wer hätte vor 15 Jahren gedacht, daß ich digitale Tonarchive über das Netzwerk abfragen kann? Und vor 5 Jahren, daß ich diese Archive wiederum in einer Zigarettenschachtel mit mir herumtragen und ständig erneuern kann? Die Produkte der Industrie sind selbst Automaten geworden, flexibel, reagierend auf die Wünsche des Benutzers, den sie potentiell in die Lage versetzen, sich produzierend zu verhalten, gesellschaftliche Intelligenz in seinem Alltag, in seiner Lebenswelt umzusetzen und damit diese Lebenswelt zu gestalten.

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Toffler nennt das den "Prosumenten", der tendenziell den passiven und von fremder Arbeitsleistung abhängigen Konsumenten ersetzt. Mikrowellenherde, programmierbare Nähmaschinen, automatische Heizung und Kühlung, autonome Rasenmäher: wir sind umgeben von Technologie, die autonom ihre Umwelt zu gestalten in der Lage ist - sofern wir die Gebrauchsanleitung verstanden haben oder uns vernetzen können mit Menschen die uns helfen.

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Dazu gleich mehr.

    * Nicht nur in diesem unmittelbaren häuslichen Bereich machen sich die Veränderungen bemerkbar. 
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In noch viel stärkerem Ausmaß verändert sich die industrielle Lebenswelt in den Städten. Die Menschen, die seinerzeit durch den gefräßigen Hunger und Arbeitskräftebedarf der großen Industrie von den Dörfern eingesaugt wurden, profitieren von der Nähe, Bequemlichkeit und Geschwindigkeit der urbanen Agglomeration.

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Der Prozeß der Urbanisierung geht scheinbar ungebrochen weiter, obwohl sich zeigen wird, daß er sich unter der Oberfläche schon längst umgekehrt hat. Die Metropolen und Agglomerationen haben kein Zentrum mehr, sie haben vielleicht noch einen historischen Zentrumsbezirk, in dem sich Verwaltung und Touristen breit machen.

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Die Stadt wird in sich dezentral. An die Stelle der Geschäfts- und Arbeitsviertel sind Einkaufszentren und suburbane Bürosilos getreten, ein Netzwerk von Verkehr und Telematik hat eine polyzentrische Urbanität hervorgebracht, es zählt die Nähe von Zugangspunkten zu diesem Netzwerk wesentlich mehr als die geographische Nähe zum Stadtzentrum.

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Und dieses Netzwerk, diese Logistik gleicht sich in den Städten deutlich einander an, sodaß ein Einkaufszentrum in Sigapur, Chicago oder München weder von innen noch von außen so ohne weiteres einem Ort zuzuordnen ist, ebensowenig wie die Unterhaltungskomplexe und Kinopaläste.